, Hügli Dominik

Drama pur, Blick nach vorne

Das letzte Meisterschaftsspiel gegen den UHC Pfannenstiel-Egg II in Hittnau war gleichzeitig die Finalissima um den Gruppensieg in der Regionalgruppe 5.

Samstag der 15. März um 10:30 Uhr am Ortsrand von Hittnau: Die Parkplätze der Mehrzweckhalle sind bereits voll, es wird auf dem Vorplatz des Schulhauses parkiert und die Spieler vom UHC Pfannenstiel Egg II und vom UHC Lions Meilen Uetikon treffen an ihrer Spielstätte ein. Es sind noch knapp zwei Stunden bis zum Spielbeginn, doch schon jetzt sind beinahe alle Beteiligten vor Ort. Diese Tatsache zeigte bereits früh, welche Wichtigkeit das bevorstehende Spiel für die beiden Teams hat. Bei zwei Löwen stieg während der Hinreise Rauch aus dem Motor auf und die Ankunft in Hittnau verzögerte sich entsprechend. Es war zu hoffen dass dies der letzte Motorschaden an diesem Tag in der Reihen der Löwen war. Beide Teams nutzten die noch verfügbare Zeit vor dem Showdown für ein ausgiebiges WarmUp entweder per Fussball-Rondo auf dem vollen Parkplatz oder mit einem teaminternen Rätselraten im ruhigeren Teil der Schulhausanlage.
 
Um 12:15 Uhr rollte dann endlich auch der Unihockeyball in der sehr gut gefüllten Mehrzweckhalle Hermetsbüel. Über 100 Zuschauer fanden den Weg nach Hittnau um die beiden Teams im Kampf um den Gruppensieg zu unterstützen. Zu sehen bekamen die Zuschauer ab der ersten Minute ein tolles Unihockeyspiel mit viel Einsatz, viel Tempo und auch einigen Torchancen. Zu Beginn der Partie verzeichneten die Pfannis ein Chancenplus, doch die Lions hielten dagegen und liessen vorerst noch nichts zu. Trotz einer hohen Intensität und viel Offensivpower ging es mit einem 0:0 in die erste Drittelspause. Die Zuschauer anerkennten das Gezeigte mit einem Applaus. 
 
Im zweiten Drittel suchten beide Teams die Lücke um in Führung zu gehen. Pfannenstiel verzeichnete erneut ein Chancenplus und das Tor von Gabriele Londero wurde reihenweise mit Abschlüssen eingedeckt. Doch sowohl die Defense der Lions als auch Schlussmann Gabriele Londero hielten das Tor vorerst rein. Die erste Lücke fand Yanis Hari dann in der 27. Minute. Gekonnt zirkelte er denn Ball bei einem Freistoss an der Pfannenstieler-Mauer vorbei, via den beiden Pfosten irgendwie ins Glück und zur 1:0 Führung für Meilen Uetikon. An dieser Stelle darf noch erwähnt werden, dass der heutige Gegner der Lions trotz jahrelanger Rivalität und mehrer Begegnungen über die Jahre immer noch nicht gemerkt hat, dass die Löwen mittlerweile aus zwei Gemeinden stammen. Item. Pfannenstiel-Egg II war nach diesem Treffer natürlich noch mehr angestachelt und so erhöhten sie die Kadenz auf das Tor der Löwen nochmals. Sieben Minuten später musste dann auch der stark spielende Goalie der Lions ein erstes Mal hinter sich greiffen. Der sensationelle Treffer zum 1:1 sorgte für viel Lärm und Jubel in der Halle. Die Fans der Pfannis schienen etwas in Überzahl zu sein, ob das alles 3.Liga Fans waren oder ob man sich da etwas verstärkt hatte? Naja egal, auf jeden Fall ging man auch nach 40 Minuten mit einem Unentschieden in die Garderobe und somit war für das letzte Drittel alles offen. 
 
Alles offen war dann auch gleich zu Beginn des dritten Drittels der richtige Wortlaut. Ein Katastrophenpass aus der Defensive der Lions wurde von einem Pfannenstiel-Spieler abgefangen und dieser nutzte den vor ihm freien Platz zu einem weiteren sehenswerten Treffer eiskalt aus. Die Löwen waren nach dem 1:2 Rückstand ein wenig von der Rolle und konnten froh sein, das Pfanni danach etwas locker liess. In den letzten 10 Minuten erhöhten dann auch die Lions nochmals die Pace und kamen vermehrt zu Chancen. Sieben Minuten vor dem Ende konnte dann endlich gejubelt werden. Sven Looser traf auf Pass von Tobi Rüegg zum 2:2. Den Lions bot sich anschliessend noch eine Möglichkeit im Powerplay, doch diese konnte nicht genutzt werden und so ging diese äusserst spannende Partie in die Verlängerung. 
 
Der Gruppensieg der Regionalgruppe 5 wird also tatsächlich in der Verlängerung entschieden. Mit dieser Tatsache forderte Nici Neubauer seine Mitspieler in der kurzen Pause auf, noch einmal alles zu geben um den Gruppensieg nach Meilen und Uetikon zu holen. Doch leider schlich sich im Spiel der Löwen noch einmal ein Fehler ein, welcher einer der Pfannis erneut eiskalt ausnutzte. 2:3 nach Verlängerung. Der Mann für die grossen Spiele - wie Pfanni ihn selber nennt - versetzte die Lions in Schockstarre. Ob es wirklich nur ein Mann für die grossen Spiele ist, oder vielleicht doch ein Mann für höhere Ligen? Nein fertig gestichelt jetzt. Die Löwen gratulieren Pfannenstiel-Egg II zum 3:2 Sieg und auch zum Gruppensieg. Schlussendlich war der Sieg verdient, Pfanni machte über grosse Teile der Partie mehr für ihre Offensive und dies zahlte sich zum Ende doch noch aus.
 
Es ist doch wunderbar, dass diese Saison mit einer solchen Partie und so einer Spannung zu Ende gehen kann. Das ausgiebige Shake-Hands danach zeigte, wie sehr sich die beiden Teams auch schätzen und wie fair es trotz einer Rivalität zu und her gehen kann. Bei einem gemeinsamen Bier wurde noch etwas reflektiert und auf eine erfolgreiche Saison beider Seiten zurück geschaut. 
 
Beide Teams qualifizierten sich mit ihren 29 Punkten für die Aufstiegsplayoffs und haben es nun selbst in den Händen, ob man sich in der kommenden Saison wieder gegenüber steht. Entweder in der 2. Liga, oder dann erneut in der 3. Liga. Die Löwen empfangen für die Playoff-Spiele die Bern Capials Ost, Pfannenstiel bekommt es mit den Alligatoren II aus Malans zu tun über. Wir wünschen euch auf der Schattenseite des Pfannenstiels auf jeden Fall eine tolle Playoffzeit und würden uns freuen, euch in der kommenden Saison wieder die Hand schütteln zu können, egal in welcher Liga. 
 
Nun noch etwas in eigener Sache: Die Lions eröffnen die Playoffs am Samstag, 29. März um 19:30 Uhr in der heimischen Turnhalle Allmend und empfangen die Bern Captials Ost. Weitere Details zu den Aufstiegsspielen veröffentlichen die Löwen in der kommenden Woche.
 
Für die Lions kämpften: Gabriele Londero (G), Luca Scheu (G), Jari Hofer, Timon Krebs, Nici Neubauer, Gabriel Huder, Döme Kyburz, André Kyburz, Alex Haab, Yanis Hari (1T), Jan Küchli, Bryn Greenwood, Nicolai Kubli, Raphi Menzi, Jules Pfenninger, Sven Looser (1T), Tobi Rüegg (1A), Silvan Staub, Claudio Menghini, Tim Zogg, Moritz Wild und Robin Messmer.